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Schwedenprozession und Schwerttanz in Überlingen am Bodensee

Die Schwedenprozession - ein jahrhundertealtes Gelübde in Überlingen

Bildurheber: E.Ahlswede

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Während des 30jährigen Krieges wurde die damals freie Reichsstadt Überlingen am Bodensee in den Jahren 1632 und 1634 von den Schweden belagert. Am 11. Juli 1632 wurde Überlingen von dem mit den Schweden verbündeten Bernhard von Weimar angegriffen. Er scheiterte aber an der Wachsamkeit der Überlinger. 1634, nachdem die Schweden im Frühjahr Ravensburg, Wangen und Isny eingenommen hatten, begannen sie am 23. April mit der Belagerung von Überlingen. Etwa 2000 Bürger und Bauern aus Überlingen inklusive Unterstützung aus Bregenz und Konstanz standen etwa 5000 Schweden gegenüber. Es wird berichtet, dass nach dreimaligem Sturm die Schweden begannen in die Stadt einzudringen. Da erschien oben auf der Stadtmauer die Gottesmutter mit dem Jesuskind auf dem Arm. An die Schweden gewandt rief sie mit erhobenem Zepter: "Zurück! Zurück!". Die kämpfenden Überlinger verstanden: "Drückt! Drückt!" und drangen gestärkt auf die Schweden ein, bis sie aus der Stadt herausgedrängt waren. In Überlingen gelobte die Bürgerschaft, wenn die Schweden endlich abziehen, werde man für alle Ewigkeit eine feierliche Prozession halten. Sie haben ihr Versprechen gehalten - bis heute - zweimal jährlich! In der sogenannten Schwedenprozession ziehen sie mit der silbernen „Schwedenmadonna" seit 1635 zum Gedenken an diese schwedischen Überfälle und Belagerungen in feierlichen Trachten durch Überlingen. Die Frauen und Mädchen führen in wertvollen Überlinger Trachten mit goldenen und silbernen Radhauben die Schwedenprozession an. Dann folgen die Bürgerschaft, der Priester und die Oberbürgermeisterin mit den Stadträten der Stadt Überlingen am Bodensee. Männer in historischen Uniformen und mit Schwertern schließen sich an. Diese Schwerter sind das wichtige Requisit für den berühmten Überlinger Schwerttanz.

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Der Schwerttanz - Altes Brauchtum in Überlingen am Bodensee. Der Schwerttanz wird seit 1646 zum Abschluss der zweiten Prozession begleitet von Trommlern und Pfeifern in Überlingen getanzt. Dabei spielt auch das Überlinger Hänsele eine ganz besondere Rolle.

Der Sage nach musste Überlingen dem Kaiser 100 Mann für den Krieg stellen. Vor dem Abmarsch besuchten 99 Männer die heilige Messe, doch einer ging stattdessen ins Wirtshaus. Alle - außer ihm - kehrten nach dem Krieg wieder wohlbehalten zurück. An diesen gefallenen "Gottesleugner" erinnert das Hänsele in Überlingen.

Die Schwerttanz-Gruppe Spandonari aus Fenestrelle 2009 war die Schwerttanz-Gruppe Spandonari aus Fenestrelle (Piemont/Italien) zu Gast in Überlingen am Bodensee und führte ihren Schwerttanz "Bal da Sabre" auf.Der Schwerttanz "Bal da Sabre" stammt vermutlich aus dem 9. Jahrhundert, als die Sarazenen im Piemont einfielen. Die weißen Hemden, weiten rot-grünen Hosen und kleine Turbanhüte weisen stark darauf hin.

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Der Schwerttanz ist als Brauchtum in der ganzen Welt vertreten. Er wird mit langen oder kurzen Schwertern getanzt und bei fast allen Tänzen tritt der Narr auf. Der Höhepunkte des Tanzes ist der "Maschen", wenn die Schwerttänzer eine Rosette bilden und den Narr - als Symbol des Bösen - in ihrer Mitte gefangen halten und manchmal auch symbolisch töten. Doch wie auch das Überlinger Hänsele entkommt der Harlekin.

Der Schwerttanz wird aus unterschiedlichsten Anlässen getanzt. Meist zu ganz speziellen Festtagen - wie in Überlingen am Bodensee zur Schwedenprozession.



Weitere Informationen über Überlingen am Bodensee unter:

Telefon: 07551 991-122
Internet: www.ueberlingen.de

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